«Die Lebensqualität in Uetendorf ist hoch»
Uetendorf • Der Gemeinderat von Uetendorf hat Ende Februar beschlossen, für die Dauer von zwei Jahren eine Planungszone zu erlassen. Gemeindepräsidentin Trudi Mösching-Signer (SVP) erklärt die Hintergründe für diesen Schritt.

In der Gemeinde tue sich einiges, schreiben Sie in der Medienmitteilung zur Begründung der Planungszone. Was genau ist damit gemeint? Welche Geschäfte sind gerade aktuell?
Trudi Mösching-Signer: In unserer Gemeinde wird gerade rege gebaut. Nachdem im Oktober und November 2023 im «Ischlag» und im «Schafweidli» rund 80 neue Wohnungen bezogen werden konnten, werden aktuell auf dem ehemaligen Landiareal, auf der Überbauung «im Herzen» sowie vis-à-vis an der Dorfstras-se 50 bis 52 noch einmal 77 neue Wohnungen entstehen. Ebenfalls bereits bewilligt ist eine weitere Überbauung an der Aeger-tenstrasse mit 27 Wohnungen.
Warum entschied man sich für das Mittel der Planungszone? Welche Vorteile hat das?
Der Gemeinderat will in den nächsten zwei Jahren den Verkehrsrichtplan neu überarbeiten. Damit künftige Bauvorhaben in der Arbeitszone mit unseren nachhaltigen Zielen in der Verkehrsplanung übereinstimmen, hat sich der Gemeinderat entschieden, eine Planungszone über die Arbeitszone A-I zu erlassen. Damit soll bewirkt werden, dass besonders verkehrsintensive Bauvorhaben reguliert werden können. Verkehrsaufkommen sind ein sehr sensibles Thema, unsere Strassen, Wohnquartiere und Infrastrukturen sollen nicht überlastet werden.
Es läuft ein Projekt «Ortsdurchfahrt» für Tempo 30. Wo steht dieses Projekt aktuell?
Das Projekt «Ortsdurchfahrt» ist ak-tuell in fortgeschrittener Planung. Wir gehen davon aus, dass 2028 gebaut werden kann.
Sie überarbeiten zurzeit auch den Verkehrsrichtplan. Welches sind die wichtigsten Punkte in diesem Geschäft?
Die Totalrevision des kommunalen Verkehrsrichtplanes soll der Gemeinde als strategische Grundlage für die zukünftige Verkehrsplanung dienen und das ganze Gemeindegebiet abdecken. Wichtige Punkte sind Verkehrssicherheit, Schulwegsicherheit, Führung des motorisierten Verkehrs, bestmögliche Verbindungen für den Langsamverkehr, Temporegime sicher und effizient weiterentwickeln.
Sie möchten bei Bauvorhaben «den Charme» von Uetendorf erhalten. Wie stellen Sie dies sicher?
Die Lebensqualität in Uetendorf ist hoch und zeichnet sich durch seine gewachsene Siedlungsstruktur, aber nach wie vor auch durch die ländliche Prägung aus. Diesen Charakter wollen wir bewahren und setzen uns darum für eine sorgfältige Entwicklung ein. Indem wir die baurechtliche Grundordnung so gestalten, dass sich künftige Bauten im Ortsbild gut und möglichst harmonisch integrieren.
Welches sind die Schwierigkeiten bei neuen Bauvorhaben?
Neue Bauvorhaben müssen verschiedenen Anforderungen und Interessen gerecht werden. Der Einklang von verdichtetem Bauen und dem Umgang mit Bestehendem sowie die beschränkten Platzverhältnisse sind beispielsweise Herausforderungen, die neue Projekte zu berücksichtigen haben. Wir stellen aber auch fest, dass viele gute Unternehmen sich dieser Herausforderungen gekonnt annehmen und insbesondere in Uetendorf schöne Resultate erzielen.
Was wünschen Sie sich persönlich für die Zukunft von Uetendorf?
Uetendorf steckt gerade in einer sehr spannenden Phase des Wachstums. Ich wünsche mir, dass die neuen Wohnungen gut in die bestehende Dorfgemeinschaft integriert werden können, sodass ein harmonisches Miteinander entsteht. Das lokale Gewerbe und auch die Landwirtschaft sollen nicht zu kurz kommen. Es ist wichtig, dass die wirtschaftliche Vielfalt erhalten bleibt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.